Zehn gute Wohlstandsjahre
Der Aufschwung seit der Finanzkrise ist von unterdurchschnittlichem Wachstum gekennzeichnet. Nichtsdestotrotz erwies er sich als erstaunlich robust. In den USA ist er mit mehr als zehn Jahren Dauer sogar der längste jemals gemessene. Für die Eurozone gilt das nicht, hatte sie doch aufgrund der Eurokrise eine weitere Rezession seit der Finanzkrise. Aber seit 2013 geht es auch dort konjunkturell nur noch aufwärts – wenn auch im langsamen Tempo.
Trotz des schwachen Wachstums war das letzte Jahrzehnt aussergewöhnlich. Die Welt als Ganzes ist in den letzten zehn Jahren nämlich bedeutend reicher geworden. In mehreren Ländern und Regionen war der Zuwachs an Wohlstand der grösste überhaupt – bei den Industrieländern in jenen ohne Rezession, wie zum Beispiel den USA und Deutschland. Die Schweiz gehört zwar nicht dazu, ist aber immer noch eine der reichsten Nationen. Fortschritte gibt es vor allem bei den Schwellenländern. Insbesondere China hat enorm an Wohlstand gewonnen. Der Aufholbedarf zum Niveau der westlichen Länder ist aber nach wie vor gross.
So erfreulich diese Entwicklung ist, sie hat Schattenseiten. Der erzeugte Reichtum teilt sich nicht gleichmässig auf die Bevölkerung auf. Zudem dürfte er mit einer zum Teil grossen Umweltbelastung verbunden sein. Das sind ohne Zweifel drängende Themen, die die Gesellschaft angehen muss. Ausser Frage steht aber, dass die Erzeugung von Wohlstand kein Problem ist.
Es ist damit zu rechnen, dass das Wirtschaftswachstum generell tiefer bleiben wird als in der Vergangenheit. Für den Anleger an den Finanzmärkten mag das eine Herausforderung werden. In Sachen Wohlstand hingegen nicht. Gerade die reichen Länder müssen sich keine Sorgen machen. Aufgrund des bereits hohen Niveaus werden auch tiefe Zuwachsraten für hohe Wohlstandsgewinne sorgen.
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