Südafrika ist noch nicht am Ziel

Präsident Ramaphosa hat jüngst neue Pläne für die Wirtschaft Südafrikas vorgelegt. Der Fokus liegt auf der Umstrukturierung des staatlichen Stromversorgers Eskom.

Das durch Missmanagement gebeutelte Unternehmen soll in eigenständige Einheiten für Erzeugung, Übertragung und Verteilung von Strom aufgeteilt werden. Es trägt 95 Prozent zur heimischen Stromproduktion bei. Allerdings war es nicht in der Lage, mit der steigenden Elektrizitätsnachfrage Schritt zu halten. Die häufigen Stromausfälle bremsen das Wachstum. Für die Wirtschaftsentwicklung ist die Energiebereitstellung unerlässlich. In der aktuellen Verfassung kann Eskom diese Aufgabe nicht wahrnehmen. Der Umbau des Unternehmens gefährdet den Investment-Grade-Status Südafrikas. Für die Umstrukturierung werden in den nächsten drei Jahren 69 Milliarden Südafrikanische Rand (4.9 Milliarden US-Dollar) ausgegeben. Infolge der Rezession 2018 wird das Haushaltsdefizit im laufenden Fiskaljahr 2018 / 2019 mit rund 4 Prozent des BIP höher ausfallen als ursprünglich geplant. Aufgrund der Unterstützung für Eskom wird das Budgetdefizit im Fiskaljahr 2019 / 2020 auf 4.5 Prozent anwachsen. Die Staatsschuldenquote, die aktuell bei 55 Prozent des BIP liegt, wird steigen. Die Absicht, sie bei rund 60 Prozent des BIP bis zum Fiskaljahr 2023 / 2024 zu stabilisieren, ist ambitioniert. Ohne stärkeres BIP-Wachstum ist dieses Ziel nicht zu erreichen. Südafrika hat zwar die Rezession überwunden, die Wachstumsaussichten sind jedoch verhalten. Die Parlamentswahlen im Mai werden für Unsicherheit sorgen. Um ein dynamisches BIP-Wachstum zu erreichen, müssen grössere Reformanstrengungen unternommen werden. Von der schrittweisen Liberalisierung des Strommarktes könnten alle profitieren. Angesichts des ökonomischen Umfelds ist das Aufwertungspotenzial des Rands zum US-Dollar begrenzt. Die Staatsanleihen bieten eine attraktive Verfallsrendite, ein Abwärtstrend bei Anleiherenditen ist vorerst nicht zu erwarten.

Portrait Waldemar Lukas
Waldemar Lukas, Fixed Income Management, LLB Asset Management AG, Vaduz

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