Steigende Zinsen? Vergessen Sie's!
Nach einer kurzen Phase steigender Leitzinsen in den USA scheint die Straffung der Geldpolitik schon wieder am Ende zu sein. Mit den rückläufigen Konjunkturerwartungen für die Weltwirtschaft werden die Zentralbanken zurückhaltender.
Damit ist nicht nur die Europäische Zentralbank gemeint, die diese Woche eine potenzielle Zinserhöhung auf frühestens 2020 angekündigt hat. Auch das Fed, die Bank of Canada und die Reserve Bank of Australia legen die Zinssätze für eine gewisse Zeit auf Eis. Wir sehen die Chance, dass die Konjunkturentwicklung in den USA in der zweiten Jahreshälfte entgegen der aktuellen Markterwartungen robust bleiben wird. Damit ergibt sich nochmals die Chance auf etwas höhere Renditen für US-Dollar-denominierte Anleihen. Entsprechend könnte das Fed die Leitzinsen in der zweiten Jahreshälfte ein weiteres Mal um 25 Basispunkte anheben. Mehr halten wir aber für unwahrscheinlich. Die nebenstehende Grafik zeigt für die verschiedenen Anleiheindizes die durchschnittlichen jährlichen Ertragserwartungen in Relation zum jeweiligen Anlagehorizont. Empirisch hat sich gezeigt, dass das ein guter Schätzwert ist. Die Aussichten für Anleiheinvestoren für die kommenden Jahre werden bescheiden bleiben.