Gesundheitstitel als Heilmittel?
Der Gesundheitssektor litt in den letzten Monaten unter den Reformabsichten vieler Politiker. Nicht weniger als ein Dutzend Vorschläge für "Medicare For All" liegen dem US-Kongress vor. Wir sehen auf dem aktuellen Niveau attraktive Opportunitäten, aber auch Risiken.
Der breite Gesundheitssektor hat sich seit Jahresbeginn deutlich schlechter entwickelt als der US-Gesamtmarkt. Die Aktienkurse der Gesundheitsdienstleister wie beispielsweise Krankenkassen und Spitäler haben am meisten gelitten, gefolgt von den Biotech- und Pharmawerten. Die Medizinaltechnologiefirmen hatten die geringsten Rückgänge zu verzeichnen. Aus operativer Sicht können bei den Unternehmen keine grossen Fehltritte festgestellt werden – die rapportierten Zahlen fürs erste Quartal waren zufriedenstellend. Die Anleger haben die Gesundheitstitel einzig aus Angst vor einer grundlegenden Änderung bei Medicare abgestossen.
So zeigen erste Umfragen deutlich mehr Unterstützung für den "Medicare For All"-Vorschlag von Bernie Sanders, der die staatliche Einheitskasse einführen möchte. Die Hürde im Senat dürfte unserer Meinung nach dafür aber zu hoch sein. Zudem wären viele Krankenhäuser durch die Umstellung defizitär und müssten schliessen. In den kommenden Wochen ist weiterhin mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen. Eine Höherbewertung der Aktien ist kurzfristig limitiert. Auf mittlere und längere Frist bieten sich aktuell jedoch Einstiegsgelegenheiten. Bei Gesundheitsdienstleistern (unter anderem UnitedHealth, CVS Health), Spitalbetreibern (HCA Healthcare) und Medizinaltechnologiefirmen (Johnson & Johnson, Medtronic) würden wir angesichts des robusten Geschäftsgangs die Positionen erhöhen, bei Pharma- und Biotechwerten sind wir noch zurückhaltend. Selektiv als Ergänzung empfehlen wir BioMarin Pharmaceutical.
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