Autoaktien – grosse Verunsicherung
Der Automobilsektor ist einer der Sektoren, die durch den Handelskrieg zwischen den USA und China, den Dieselskandal sowie die Verunsicherung der Konsumenten aufgrund der aufkommenden Elektrofahrzeuge übertrieben abgestraft wurden.
Die Autoindustrie wird durch eine Vielzahl von Bedenken geplagt – wie die europäischen CO2-Regulierungen, die massiven Investitionen in rein elektrisch betriebene Fahrzeuge, die Situation des chinesischen Marktes und das Ende des Zyklus in Europa und den USA. Der generelle Konsens scheint zu sein, dass sich von nun an alles nur zum Schlechteren hin entwickelt. Angesichts dieses weitverbreiteten Pessimismus und des ramponierten Images der gesamten Branche durch den Dieselskandal sind die Bewertungen im August auf langjährige Tiefststände gefallen.
Es scheint daher kaum jemand bereit zu sein, in den Sektor zu investieren. Von den Managements der Automobilkonzerne werden hingegen milliardenschwere Investitionen gefordert, deren Rentabilität unsicher ist. Oft kommt es bei den Einstiegsmodellen der Elektroautos zu starken Quersubventionen durch die Hersteller. Der Erfolg der Elektroautos in Europa war bisher insgesamt eher bescheiden. Weder der Ausbau der Ladeinfrastruktur noch die entsprechende Förderung ist in den meisten Ländern bisher ausreichend geklärt, um dem Elektroauto zum Erfolg zu verhelfen. Unsere Favoriten bleiben Peugeot und VW. Peugeot ist es unter Carlos Tavares gelungen, trotz der Übernahme von Opel einen beeindruckenden positiven Trend bei der EBIT-Marge zu etablieren. VW setzt mit einem grossen Investitionsprogramm auf die Elektromobilität und hat die Skaleneffekte sowie den Cashflow, um dieses Risiko zu tragen. Die Aktien der beiden Autobauer weisen dabei eine sehr moderate Bewertung auf.