Europa profitiert von chinesischer Reiselust

Obwohl oder gerade weil die europäische und die globale Konjunktur erfreulich stabil laufen, sollten wir langfristige Entwicklungen nicht aus den Augen verlieren. Eine davon ist das Wachstum des chinesischen Tourismus.

Die Anzahl der chinesischen Flugzeugpassagiere ist in den letzten Jahren um 13.8 Prozent jährlich gestiegen, was sich gemäss Weltbank bis mindestens 2025 fortsetzen wird, da viele Chinesen zum ersten Mal in der Lage sind, eine Flugreise zu unternehmen. Dafür wurden allein in China in den letzten 5 Jahren 36 neue Flughäfen in Millionenstädten eröffnet. Es gibt gemäss Weltbank eine starke Korrelation zwischen dem Anstieg des Bruttosozialproduktes pro Kopf und der Anzahl von Flugreisen. China steht hier erst am Anfang einer dynamischen Entwicklung. Während die Chinesen 2017 noch fast die Hälfte ihrer Flugreisen nach Hong Kong und Macau unternahmen, werden sie in den nächsten Jahren vermehrt Destinationen auch ausserhalb Chinas ansteuern.

Bleibt die Frage, wie sich all das auf die europäischen Aktien auswirkt. – In Europa werden die Flugzeugindustrie, die Hotelketten, die Reiseveranstalter und die Luxusgütererzeuger unter den Hauptprofiteuren dieser Entwicklung sein. Der weltweite Flugzeugmarkt ist ein Oligopol von Airbus und Boeing. Bei kommerziellen Flugzeugen werden in den nächsten 5 Jahren jährlich ca. 20 Prozent der Produktion von Airbus nach China gehen. TUI hat bereits eine Präsenz in Südostasien und die Chinesen haben eine Tradition, bei etablierten Reiseveranstaltern zu buchen. TUI hat hier gute Chancen für zusätzliches, deutliches Umsatz- und Ertragswachstum. Für Luxusgüter sind die Chinesen bereits heute der wichtigste Abnehmer und deren Bedeutung in diesem Sektor wird in den nächsten Jahren noch zunehmen. Unser Favorit hier ist LVMH.


Rechtlicher Hinweis: Angaben im Sinne der Finanzanalyse-Vorschriften (Gesetz, Verordnung) finden Sie unter Rechtliche Bedingungen.