Dufry im Steigflug
Als grösster Reisedetailhändler der Welt profitiert Dufry vom anhaltenden Aufschwung in Schwellenländern und reduziert dank diverser Massnahmen die Schuldenlast. Die Bewertung ist im Verhältnis zur Vergleichsgruppe attraktiv.
Dufry ist der weltweit grösste Reisedetailhändler mit rund 2'200 Geschäften an 380 Standorten, vorwiegend in Flughäfen. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren durch grössere Übernahmen stark gewachsen und verfügt nun über einen Marktanteil von über 20 Prozent. Somit ist Dufry gut positioniert, um von steigenden Flugpassagierzahlen zu profitieren. Kunden aus Schwellenländern wie Russland, Brasilien oder China spielen dabei eine wichtige Rolle. Mit dem Zusammenfall des Ölpreises und der generellen Unsicherheit 2014 und 2015 hatte Dufry entsprechend etwas gelitten. Nun allerdings haben sich der Ölpreis und das BIP-Wachstum in diversen Schwellenländern erholt. Schwellenländeraktien gehörten folglich zu den besten Anlageklassen während der letzten Monate. Die Dufry-Aktie hat allerdings seit Mitte 2017 über 10 Prozent verloren, unter anderem wohl aufgrund von Bedenken über die Bonität des chinesischen Grossaktionärs HNA. Wir sehen diesen Einbruch als übertrieben an, da das Geschäftsmodell von Dufry intakt ist. Dufry hat zwar nach mehreren Übernahmen einen leicht erhöhten Schuldenstand. Das Management arbeitet aber daran, dieses Problem zu entschärfen: So hat Dufry einen Börsengang der US-Tochter Hudson angekündigt und über die letzten Monate sämtliche Schulden zu tieferen Zinsen und längeren Laufzeiten refinanziert. Alleine dadurch wird der Reiseriese rund CHF 50 Mio. an Zinskosten einsparen. Die Bewertung ist mit unter 10 x erwartetem EV/EBITDA nun deutlich tiefer als die der Vergleichsgruppe mit 11 x, weshalb wir jetzt eine interessante Einstiegsgelegenheit sehen.
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