Attraktive australische Bergbaugiganten
Mit einem EV/EBITDA von knapp 10, einem Preis-Buchwert-Verhältnis von 2 und einer Free-Cashflow-Rendite von 3.2 Prozent zählt der breite australische Markt ASX 200 nicht zu unseren Anlagefavoriten für 2019. Trotzdem sind in «Down Under» tolle Opportunitäten vorhanden.
2015 haben die grossen australischen Bergbauunternehmen wie BHP Billiton, Rio Tinto und South 24 ihre neuen Ertragsstrategien formuliert. Bis dato wurden die Verschuldungen auf ein Rekordtief reduziert. Die Free-Cashflow- und die Eigenkapitalrenditen wurden nachhaltig gesteigert. Heute fliessen Investitionsausgaben nur noch in hoch rentable Projekte, und die M&A-Disziplin hat Bestand. Der Verkaufserlös nicht strategischer Beteiligungen geht nach Abzug der Steuern vollumfänglich an die Aktionäre zurück. Die Bewertungen auf Stufe EV/EBITDA sind noch immer rund 30 Prozent unter dem 20-Jahre-Durchschnitt von 8.8. Die durchschnittlichen Dividendenrenditen von über 9 Prozent und die zum Teil zweistelligen Free-Cashflow-Renditen dürften wieder vermehrt ausländische Investoren anlocken. Rio und BHP bleiben unsere Favoriten. Für BHP sind die Bereiche Öl und Kohle weiterhin Wachstumstreiber. Die jüngsten Erschliessungen konventioneller Ölfelder sollten auch den inneren Wert erhöhen.
Das Unternehmen wird aus dem Verkauf des US-Onshore-Geschäfts knapp 11 Milliarden US-Dollar an seine Aktionäre zurückzahlen. Die operative Kosteninflation bleibt unter Kontrolle. Mit einem EV/EBITDA von 6.1 und einer Free-Cashflow-Rendite von 10.3 Prozent hat BHP noch Potenzial. Rio hat mit 12 Prozent die höchste Free-Cashflow-Rendite im Sektor. Mit einem Verschuldungsgrad von 5 Prozent hat das Unternehmen auch die solideste Bilanz. Die erwartete Dividendenrendite inklusive Aktienrückkäufe und der Ertrag auf das investierte Kapital sind im Sektorvergleich ebenfalls am höchsten. Dabei notiert Rio lediglich mit einem EV/EBITDA von 5.5. Bei den Tier-1-Wachstumsprojekten liegen die durchschnittlichen EBITDA-Margen bei 45 Prozent. Die Stückkosten dürften durch eine Entspannung in den Bereichen Bauxite und Aluminium 2019 und 2020 wieder zurückgehen.
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