"Moderne Fondsgesellschaften müssen Komplexität übersetzen" – Wolfdieter Schnee, Leiter von LLB Fund Services, über die Rolle moderner Fondsgesellschaften und was Kundinnen und Kunden heute erwarten.
30 Jahre LLB Fund Services: Was am 18. Juli 1996 begann, ist heute ein gruppenweites Fondsgeschäft, das mit vier Fondsgesellschaften in drei Märkten zu den vielseitigsten Anbietern Europas zählt.
Mit dem Jubiläumsjahr beginnt zugleich ein neues Kapitel: Seit Jahresbeginn leitet Wolfdieter Schnee den Bereich. Wir haben mit ihm über steigende Anforderungen im Fondsgeschäft gesprochen und darüber, warum operative Stabilität heute wichtiger ist denn je.
Herr Schnee, viele verbinden Fonds vor allem mit Anlagestrategien und Renditen. Was passiert eigentlich im Hintergrund einer Fondsgesellschaft?
Damit ein Fonds langfristig stabil funktioniert, müssen Bewertungen korrekt berechnet, Risiken überwacht, regulatorische Vorgaben eingehalten und umfangreiche Berichterstattungen erstellt werden. Gleichzeitig müssen Transaktionen unterschiedlichster Komplexität sauber verarbeitet und die unterschiedlichen Anforderungen sowie Bedürfnisse von Investoren, Aufsichtsbehörden und Vertriebspartnern zusammengeführt werden.
Das Fondsgeschäft ist in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden. Was bedeutet das konkret für Ihre Kundinnen und Kunden?
Regulatorische Anforderungen, steigende Erwartungen an Transparenz, Reporting und Risikosteuerung sowie immer anspruchsvollere Marktbedingungen erhöhen den operativen Aufwand erheblich. In diesem Umfeld reicht es nicht mehr aus, Prozesse einfach sauber abzuwickeln. Kundinnen und Kunden erwarten heute eine Partnerin, die regulatorische Anforderungen nicht nur versteht, sondern effizient umsetzt, Risiken früh erkennt und Lösungen entwickelt, bevor Herausforderungen entstehen. Das Fondsgeschäft ist damit heute weniger eine klassische Wertschriftenbuchhaltung als vielmehr eine verlängerte Werkbank.
Wo zeigt sich im Alltag, ob eine Fondsgesellschaft wirklich gut ist?
Einen Fonds zu strukturieren und zu lancieren, ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, dass er langfristig stabil, regelkonform und effizient geführt wird – auch dann, wenn regulatorische Anforderungen zunehmen, Berichtspflichten komplexer werden oder internationale Vertriebsstrukturen präzise koordiniert werden müssen.
Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass Prozesse sauber aufeinander abgestimmt sind, regulatorische Vorgaben jederzeit eingehalten werden und Fondsstrukturen auch im Alltag zuverlässig funktionieren. Dafür braucht es nicht nur Systeme, sondern vor allem Erfahrung, klar definierte Verantwortlichkeiten und ein tiefes Verständnis für regulatorische und operative Zusammenhänge.
Was unterscheidet die LLB Fund Services von anderen Fondsgesellschaften?
Unser Anspruch ist es, mehr zu sein als eine reine Dienstleisterin. Wir verstehen uns als Sparringpartnerin auf Augenhöhe. Viele unserer Kundinnen und Kunden kommen mit sehr spezifischen Anforderungen auf uns zu – etwa bei komplexen Fondsstrukturen, alternativen Anlageklassen oder regulatorischen Fragestellungen. Unsere Aufgabe ist es, diese Anforderungen nicht nur umzusetzen, sondern gemeinsam weiterzudenken und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Für unsere Kundinnen und Kunden schafft das vor allem eines: Verlässlichkeit im laufenden Betrieb.
Diese Partnerschaft stützt sich auf unsere Einbettung in das Fonds Powerhouse der LLB-Gruppe mit vier Fondsgesellschaften in drei Märkten. Dadurch bündeln wir Know-how über Ländergrenzen und Anlageklassen hinweg. Gleichzeitig profitieren unsere Kundinnen und Kunden von kurzen Entscheidungswegen und eng abgestimmten Prozessen zwischen Verwaltungsgesellschaft, Verwahrstelle und Fondsmanagement. Gerade in einem stark regulierten Umfeld ist dieses Zusammenspiel entscheidend. Es reduziert Komplexität, erhöht die Umsetzungsgeschwindigkeit und schafft zusätzliche Stabilität.